Liebes Blog!
Heute hast du ein Kompliment bekommen. Vom Nikolai nämlich. Der findet dich gut. Ich hoffe, du freust dich. Wenn du Personifizierung als Stilmittel ablehnst, freu ich mich eben für dich!
Liebe Leser!
Diese Woche war ziemlich doof. Ich habe nämlich am letzten Freitag eine Grippe gefangen und sie nicht mehr hergegeben, bis heute morgen oder so. Ein Andenken ist mir noch geblieben und das sitzt in meiner Lunge. Dort äußert es sich ab und zu in seiner ganzen schleimigen Herrlichkeit zu verschiedenen Themen des Tages, meistens genau dann, wenn ich auch grade was dazu sagen will. Naja. Vorlauter Geselle, das.
Am letzten Samstag war ich in Newcastle (Grippe war da auch schon dabei und ich fürchte, sie hat dort und im vollbesetzten Reisebus viele neue Freunde gefunden). Newcastle ist eine ehemalige Bergarbeiterstadt, hat die Vergangenheit aber ziemlich eindrucksvoll abgelegt und glänzt heute vor allem durch, well, Brücken.

Newcastle: Ganze Brückenherrlichkeit im Bild eingefangen.
Vor der Bergarbeiterstadt war Newcastle eine Stadt mit einem Castle, von dem auch noch ein bißchen was übrig ist.

Newcastle Castle
Davor haben schon die alten Römer dort gewohnt und eine Mauer gebaut, um die wilden Pikten aus dem Norden in ihrer Reisefreiheit einzuschränken. Weil Hadrian damals Kaiser war, heißt die Mauer folgerichtig Hadrian’s Wall. Davon hab’ ich leider kein Foto.
Zum ersten Mal habe ich in Newcastle Fish and Chips probiert. Schmeckt okay, mehr nicht, aber macht satt. Danach waren wir (ich war mit einem Malaysier und zwei Chinesen en tour) noch in Chinatown. Die Newcastler haben davon nämlich eine recht beeindruckende, mit einem echten klassischen Chinatown-Tor (davon leider auch kein Foto, aber einfach Wikipedia bemühen). Im dortigen chinesischen Supermarkt habe ich dann meine ersten 20-Kilo-Säcke mit Reis gesehen. Nun messe ich der Meldung, dass in China ein Sack Reis umgefallen sei, auch einen ganz anderen Neuigkeitswert zu. Ich frage mich, wie viele Säcke Reis man wohl umschmeißen müsste, um ein Erdbeben zu verursachen und denke mir klammheimlich, dass das wohl ein imposantes Bild abgäbe; die Säcke sind nämlich schon so an und für sich imposant.
Ansonsten gibt es nicht viel zu berichten, aus dieser Stadt – der Busfahrer fand es nicht gut, dass der Parkplatz für Busse schlecht ausgeschildert ist, also Vorsicht, wenn ihr euren Reisebus mitnehmt. Außerdem hätten wir fast unseren Bus nach Hause verpasst, weil Misskommunikation. Ich würde das jetzt gerne auf kulturelle Unterschiede schieben, um exemplarisch die Wichtigkeit eines Erasmus-Aufenthaltes zu illustrieren, doch leider wird daraus nix; war einfach nur ein Fall von “Person A sucht Toilette, Person B,C,D warten, Person A trifft auf geschlossene Toilette, Person B,C,D sind ein Stück weitergegangen, Person A sieht Person B,C,D nicht mehr, deduziert, dass Person B,C,D wohl schon am Bus, geht eben dorthin, während Person B,C,D 20 Minuten in Nähe von Toilette warten und sich letztendlich der Bus verspätet, aber alle doch glücklich in Edinburgh ankommen”. Soviel dazu.
Keine Lust mehr zu schreiben, man merkt es mir vielleicht an. Ich bin immer noch im Appleton Tower (habe ja auch eine ganze Appleton-Tower-lose Woche aufzuholen), weil ich die Python-Shell meines Mobiltelefons für mich entdeckt habe. Mein Mobiltelefon kann mir nun per Sprachausgabe mitteilen, ob es draußen regnet oder nicht. Yay dazu! Doch nun bekomme ich Hunger, werde mich von der Gravitation Richtung Leith ziehen lassen und morgen mehr tun.
– tass
admin Allgemeines